Der Alaskan Malamute

Wesenszüge und allgemeine Charaktereigenschaften

Für den einen Faszination und Herausforderung, für den anderen unerziehbar oder gar ein Alptraum.

Ich kenne viele Menschen die sich für einen Alaskan Malamute wegen seines wolfähnlichen Aussehens oder seiner stolzen Ausstrahlung angeschafft haben, welche die Hunde meist schon nach wenigen Monaten zum Teil völlig verkorkst aus den unterschiedlichsten oft vorgeschobenen Gründen wieder abgegeben haben weil sie mit seinem eigenständigen Wesen nicht zurecht kamen.

Somit sind wir am Punkt und verweise auf „Die Rechte des Hundes“, den die meisten Menschen nehmen sich mehr Zeit für einen Autokauf (Marke, Farbe technische Eigenschaften…) als beim Kauf eines Hundes, und vergessen dabei, dass sie somit 10 – 15 Jahre die Verantwortung für ein eigenständiges Wesen haben.

Ein Hund funktioniert nicht per Knopfdruck, und es ist unsere Entscheidung ob wir unser Leben mit einem teilen wollen.

Und somit sind wir verpflichtet diese Verantwortung auch artgerecht zu vertreten.

Wer sich für einen Alaskan Malamute entscheidet sollte wissen, dass es sich hierbei um eine nicht gerade leicht zu führende Rasse handelt, denn er versucht jeden Tag aufs Neue bei der Erziehung seinen Sturkopf durchzusetzen.

Im Allgemeinen verhält sich der Alaskan Malamute Menschen gegenüber sehr freundlich.

Aggressive Tiere wurden damals von seinem Ureinwohnerstamm den „Mahlemiuts“ sofort ausselektiert und somit von der Zucht ausgeschlossen, wodurch im Laufe der Zeit eine absolut menschenfreundliche Rasse entstand.

Viele Gespanne wurden damals in den Sommermonaten sich selbst überlassen. Sie mussten sich zum Teil selbst um ihr Futter kümmern, was es bei der Erziehung heute nicht gerade vereinfacht, denn sein Jagdinstinkt ist auch heute noch sehr stark ausgeprägt.

Der Alaskan Malamute ist ein sehr ehrlicher und direkter Hund, und ist keineswegs zimperlich. Neben seiner mentalen uns physischen Stärke besitzt er ein hohes Maß an Sensibilität, ihm entgeht nichts. Er erwartet von uns eine ebenso klare Linie. Er ist nicht nachtragend.

Bei der Erziehung sollte man auf liebevollen aber stets konsequenten Umgang achten, denn mit sturer Unterordnung kommt man bei einem Alaskan Malamute nicht weit. Jedoch sollten Grenzen klar abgesteckt werden. Kommunikation, Prägung und Sozialisation dürfen keine Fremdwörter sein, darum sollte man vor dem Kauf eines Alaskan Malamute ausgiebig mit Hundesachbüchern die als Schwerpunkt diese Themen beinhalten auseinandersetzen und auch viele Züchter besuchen um die Hunde in Natura zu erleben. Anderen Hunden gegenüber verhält er sich meist sehr dominant. Seine ausgeprägte Mimik und seine selbstsichere Körperhaltung führen bei anderen Hunden oft zu Missverständnissen was sehr gerne als Bedrohung wahrgenommen wird. Von anderen Hunden herausgefordert ist er ein harter Gegner.

Kindern gegenüber (sofern er den Umgang mit Kindern gewohnt ist) verhält er sich sehr liebevoll und tolerant. Jedoch sollte man Hunde nie mit Kindern alleine lassen, da die Gefahr für eventuelles Fehlverhalten meistens durch Nichtwissen vom Kind ausgeht.

Da der Alaskan Malamute ein Arbeitshund ist, sollte neben der Kopfarbeit auch die körperliche Auslastung nicht zu kurz kommen. Wer sich mit seinem ursprünglichen Gebrauch auseinandergesetzt hat, weiß welches physische Kraftpotential in so einem Hund steckt. Mit einer artgerechten Beschäftigung sollte der Drang nach Bewegung befriedigt werden. Mit nur einem Hund sollte man sich nicht gleich einen Trainingswagen kaufen, da sollten es schon min. 2 Hunde sein.

Wir benutzen einen simplen Kinderroller, auf dem ein Erwachsener und unser 4jähriger Sohn stehen. Von unserem Hund gezogen nennen wir das ganze „PolarTaxi“. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesteckt, solange der Hund Spaß dabei hat. Weitere Möglichkeiten sind Fahrradfahren, joggen, Dog-Trekking mit Packtaschen usw…

Ist ein Alaskan Malamute unausgelastet macht er nicht lange herum, er gibt einem klar zu verstehen wenn ihm etwas fehlt. Das äußert sich oft durch Zerfetzen von herumliegenden Gegenständen.

Bekommt er genügend Möglichkeiten seinem Bewegungsdrang nachzukommen, ist er ein sehr geduldiger und anpassungsfähiger Hund. Er ist ein ausgesprochener Naturbursche und als solches sollten wir ihn akzeptieren und behandeln.

UND GERADE DESHALB LIEBE ICH DIESE HUNDE SO SEHR, und hoffe das uns diese wundervolle Rasse mit all ihren Ursprünglichkeiten sehr lange erhalten bleibt!!